Kaffee - das Wort allein löst wohl in fast jedem von uns die
verschiedensten Phantasien und Gedankenspiele aus. Von Behaglichkeit und gemütlichem
Beisammensein über den "Muntermacher" in der allmorgendlichen Hektik
bis hin zum verheißungsvollen "Kommst du noch auf eine Tasse mit zu
mir?".
Aber den Rekord im Kaffeeverbrauch halten nicht wir Deutschen hier in Europa mit
immerhin 6 kg pro Kopf und Jahr, sondern es sind die Skandinavier, wo jedes Jahr
ca. 10 kg pro Kopf aufgebrüht werden. Die Briten kommen nur auf ca. 2 kg pro
Kopf – na ja, wen wundert das, die Briten bevorzugen nun mal den Tee.
Was kaum bekannt ist: Am Anfang seiner Erfolgsgeschichte wurde
Kaffee als Medikament eingesetzt. In Arabien ist Kaffee bereits seit 1000 Jahren
als ein Arzneimittel bekannt. In der arabischen Medizinliteratur findet man z.
B. Belege, wonach das sogenannte braune Gold bereits im 10. Jahrhundert n. Chr.
als Arznei verwendet wurde.
Erst viel später setzten sich die gemahlenen Bohnen der Kaffeepflanze als
anregendes Volksgetränk durch. Und in Deutschland gibt es sie erst seit knapp
200 Jahren.
Dichterfürst Goethe schenkte 1820 dem befreundeten Chemiker Friedlieb Ferdinand
Runge ein Kästchen mit Bohnen, der daraufhin das Koffein entdeckte.
Wer heute nur den Geschmack schätzt, aber keinen Wert auf die anregende Wirkung
des Koffeins legt, trinkt entkoffeinierten Kaffee. Das Koffein wird allerdings häufig
mit organischen Lösungsmitteln entzogen die im Verdacht stehen, krebserregend
zu sein.
Wer jedoch glaubt, dass damit die Erforschung des
Muntermachers abgeschlossen gewesen wäre, der irrt. Tatsächlich ist man bis
heute damit beschäftigt zu untersuchen, inwiefern das Heißgetränk das
Auftreten verschiedenster Krankheiten verlangsamen bzw. sogar verhindern kann.
Regelmäßiger Genuss kann vor Krankheit schützen.
Was man bereits weiß:
Wer regelmäßig Kaffee trinkt, verringert die Wahrscheinlichkeit, Parkinson
(Schüttellähmung) zu bekommen, um das Fünffache.
Zwei bis drei Tassen am Tag halbieren das Risiko von Gallensteinen.
Außerdem sinkt die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken, allerdings sollten
Frauen nach den Wechseljahren nicht mehr als 3 Tassen am Tag trinken – bei
mehr erhöht sich die Gefahr wieder.
Aber auch als Hausmittel bewirkt Kaffee, in Maßen, d. h. 2
– 3 Tassen pro Tag, wahre Wunder:
Viele Menschen leiden an niedrigem Blutdruck. Dabei kann man so leicht Abhilfe
schaffen. Kaffee erweitert nämlich die Herzkranzgefäße und lässt das Herz kräftiger
pumpen. Der Blutdruck steigt sanft an.
Eine Tasse enthält null Kalorien und ist somit gut für die schlanke Linie.
Selbst mit Milch und einem Teelöffel Zucker kommt man gerade mal auf 39
Kilokalorien.
Ein Kaffee nach dem Essen steigert außerdem für drei Stunden den Energieumsatz
des Körpers.
Koffein wirkt nicht nur anregend auf das Gehirn und unterdrückt das Müdigkeitsgefühl,
es kann auch Kopfschmerzen deutlich lindern. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist
vielen Kopfschmerztabletten Koffein beigefügt.
Bei Migräneanfälligkeit sollte allerdings auf Kaffee verzichtet werden da
dieser ein Auslöser dafür sein kann.
Seit langem kennt man die günstige Wirkung der braunen Bohnen bei
Asthmakranken. Etliche Betroffene berichten, dass bei drei Tassen täglich die
Zahl der Anfälle beträchtlich abnehme. Die Ursache: Das Koffein wirkt auch
stimulierend auf das Atemzentrum.
Dass Kaffee die Verdauung anregt, ist eine Tatsache. Zahlreiche Ärzte setzen
den Morgenkaffee inzwischen als Mittel für prompten Stuhlgang ein. Allerdings
ist noch nicht genau bekannt, welche der Substanzen im Kaffee abführend wirken,
das Koffein ist es jedenfalls nicht – dieses wirkt aber leicht harntreibend
Untersuchungen haben ergeben, dass Koffein nicht nur wach macht, sondern auch
gegen Ängste und Depressionen wirkt.
Wie bei allen Genussmitteln ist es auch beim Kaffee – das richtige Maß ist
wichtig! Zu viel Koffein kann zu Zittern, Schwitzen, Schlaflosigkeit und
Herzklopfen und zu einer Steigerung des Cholesterinspiegels führen.
Woher kommt der Kaffee
Die Kaffeepflanze kommt ursprünglich aus Äthiopien. Sie wächst am besten in
tropischem Klima, hat immergrüne, feste Blätter und kann bis zu 15 Meter hoch
werden.
Die Früchte sehen Kirschen ähnlich und färben sich beim Heranreifen tiefrot.
Jede von ihnen enthält in der Regel zwei Kaffeebohnen. Die Ernte per Hand muss
pro Pflanze mehrmals wiederholt werden, da jeweils nur die reifen Kaffeekirschen
gepflückt werden dürfen.
Mittlerweile kennt man über 80 verschiedene Arten von Kaffeebäumen. Von ihnen
haben jedoch nur zwei wirtschaftliche Bedeutung. Sie machen ca. 99 Prozent des
Weltmarktes aus:
Arabica stammt aus Äthiopien, enthält nur 1,1 bis 1,7 Prozent Koffein, ist
sehr aromatisch und mild, mit einem leicht säuerlichen Geschmack, der etwas an
Schokolade erinnert. Der Schaum ist haselnussbraun mit einem Stich ins Rötliche.
Robusta wächst dagegen im tropischen Klima, enthält bis zu dreimal soviel
Koffein wie Arabica (zwei bis 4,5 Prozent), weist mehr Säure auf, ist kräftiger
im Geschmack, weniger aromatisch und dazu merklich bitterer. In Deutschland wird
diese Sorte häufig dem hochwertigeren Arabica beigemischt.
Die Legende erzählt, weidende Ziegen sollen in der Landschaft Kaffa als erste
die aufmunternde Wirkung der Kaffeefrüchte genossen haben. Und als irgendwann
einmal die Wälder dort brannten und der Duft frisch gerösteter Kaffeebohnen
den Hirten verführerisch in die Nase stach, war der Kaffee entdeckt. Um 1400 n.
Chr. kam der Kaffee nach Arabien und mit den Türken nach Europa. Im 17.
Jahrhundert entstanden in den europäischen Großstädten die ersten Kaffeehäuser.
1671 legten die Holländer auf Java die ersten Kaffeeplantagen an. Und rund 100
Jahre später kam bereits der meiste und auch beste Kaffee aus Südamerika.
Übrigens soll Voltaire 70 Tassen Kaffee täglich getrunken haben und Beethoven
wird nachgesagt dass er 60 Bohnen für jede Tasse nahm.
Was ist:
Blümchenkaffee – dünner Kaffee, man sieht sogar den Tassenboden (mit Blümchen)
Kapuziner – Kaffee mit Schlagsahne und etwas Kakao oder Zimt darüber
Konsul – schwarzer Kaffee mit flüssiger Sahne
Pousse-café – Kaffee mit einem Schnaps separat dazu serviert
Café ristretto – extrastarker Kaffee mit wenig Wasser
Café crème – Espresso mit heißer Milch Café royal – sehr starker
gezuckerter Kaffee mit Cognac flambiert
Noisette – schwarzer Kaffee mit ein paar Tropfen Milch
Granita di Café – kalter Kaffee auf gestoßenem Eis mit einer Sahnehaube
Flavored Café – durch Sirup oder Parfümierung aromatisierter Kaffee
Café Orange – Schlagsahne, Orangenlikör und Zucker mit Kaffee aufgefüllt
Latte macchiato – Milch mit nur wenig Kaffee
Irish coffee – Irischer Whisky, flambiert, mit Zucker und Kaffee, Sahne über
den Löffelrücken aufgefüllt