:: KOFFEIN - Ein paar interessante Details
-------------------------------------------------------------------
"Koffeinfreie" Menschen sind eine seltene Spielart der Natur: zum
Fruehstueck einige Tassen Kaffee, im Laufe des Tages dann weitere,
zwischendurch so manches Glas Cola und abends vielleicht noch diverse
Tassen Tee. So beliebt wie diese Getraenke sind, ist Koffein in der
taeglichen menschlichen Ernaehrung von nicht unerheblicher Bedeutung.
Das Alkaloid Koffein ist eine Natursubstanz, die in Kaffee, Tee,
Kakao, Kolanuessen, Guarana und Mate vorkommt. Eine Tasse nicht ent-
koffeinierter Kaffee, nach der Filtermethode zubereitet, enthaelt im
Durchschnitt etwa 100 mg reinen Koffeins. Die Tasse Tee, je nach
Ziehzeit, bis zu 50 mg. Das 0,33 Liter Glas Cola kann zwischen 30
und 60 mg Koffein aufweisen. Ein Pott Kakao hat hingegen mit rund
6 mg Koffein deutlich weniger von dieser Substanz. Auch Espresso hat
wegen der kurzen Bruehdauer nur etwa die Haelfte an Koffein im Ver-
gleich zu gefiltertem Kaffee. Die taegliche Koffeinaufnahme eines
durchschnittlichen "Koffeingetraenkenutzers" betraegt etwa 400 mg
Koffein. Aufgrund sehr unterschiedlicher Trinkgewohnheiten und Zube-
reitungsmethoden bei den Heissgetraenken kann die taegliche Koffein-
aufnahme zwischen 50 und 1000 mg liegen.

Was passiert eigentlich mit dem Koffein, wenn es in unseren Koerper
gelangt ist? Die Absorption von Koffein geschieht schnell und mehr
oder weniger vollstaendig. Nur 1% wird unveraendert ausgeschieden.
Die maximalen Blutkonzentrationen werden ungefaehr nach einer Stunde
erreicht und die durchschnittliche Halbwertzeit betraegt etwa 5 Std.
Bei Rauchern ist diese Zeit deutlich verkuerzt und liegt bei etwa
3,5 Stunden. Das Koffein wird im ganzen Koerper verteilt, passiert
auch die weibliche Plazenta. Aus der Muttermilch kann ein Kind von
der anregenden Koffein-Wirkung profitieren. Der Abbau von Koffein
erfolgt durch Verstoffwechselung in der Leber. Die Abbauprodukte,
letztlich dann Harnsaeure, werden ueber die Nieren ausgeschieden.

Wie wirkt das Koffein auf unseren Koerper?
Es erregt sowohl die Grosshirnrinde als auch das Atem- und Kreislauf-
zentrum, fuehrt zur Kontraktion der Blutgefaesse und hat eine diure-
tische (entwaessernde) Wirkung.

In der zentral erregenden Wirkung ist ein wichtiger Grund fuer die
Beliebtheit koffeinhaltiger Getraenke, wie z.B. Kaffee, zu sehen. So
sind erhoehte Wachsamkeit, gesteigerte psychomotorische Leistungs-
faehigkeit, verbesserte Gedaechtnisleistung, leichtere Konzentration
auf Wesentliches und Hebung der Stimmungslage hochgeschaetzte Be-
gleiter des Genusses dieser Getraenke. Erstaunlicherweise lassen sich
diese Wirkungen nicht nur mit koffeinhaltigem Kaffee erzielen, sondern
in gewissem Masse auch mit entkoffeiniertem. Mit anderen Worten: Schon
die Erwartung einer Tasse Kaffee, ihr herrlicher Duft und anregender
Geschmack erzeugen hier einen aehnlichen Effekt. Kaffee trinken ist
also immer wesentlich mehr als nur Koffeinaufnahme.

Unvertraeglichkeiten und unerwuenschte zentrale Wirkungen, wie z.B.
Unruhe, Zittern, Gedankenflucht, Schlafstoerungen, beschleunigter
Herzschlag oder Harndrang, koennen allerdings bei hoher Dosierung
(1000 bis 2000 mg) auftreten. Diese Effekte lassen sich leicht durch
eine Verringerung der Koffeinzufuhr vermeiden. Generell ist es sinn-
voll, die Verzehrmenge bei Lebens- und Genussmitteln an der indivi-
duellen Vertraeglichkeit und dem persoenlichen Wohlgefuehl auszurichten.

In Hinblick auf die diuretische Wirkung von Koffein ist es sehr wahr-
scheinlich, dass die ueber das Kaffeegetraenk zugefuehrte Fluessig-
keitsmenge diesen Effekt mehr als kompensiert und somit eine Dehyd-
rierung des Koerpers nicht gegeben ist. Bei Espresso sieht das etwas
anders aus, daher wird in guten Bars auch immer ein Glas Wasser zum
Espresso gereicht.