Die Geschichte vom Tee

The Tea Plant

Tea Plantation

  Ein Windstoß soll den chinesischen Kaiser Shen-nung vor fast 5.000 Jahren auf den Tee-Geschmack gebracht haben, als einige Teeblätter in einen Kessel mit kochendem Wasser wehten. Schon bald wurde aus dem zufälligen Tee-Genuss das Getränk im "Reich der Mitte". Mehr als drei Jahrtausende blieb die Kultur des Teetrinkens ein rein chinesisches Privileg.

Erst im 5. und 6. Jahrhundert nach Christus brachten buddhistische Mönche die Kunst der Teezubereitung auch den Japanern bei. Und zwar so nachhaltig, dass Teetrinken eine fast heilige Handlung wurde und der Tee zum japanischen Nationalgetränk. Bis heute.

Als die Europäer im 16. und 17. Jahrhundert die Welt mit Schiffen "neu eroberten" gelangte auch der Tee als ein begehrtes Genussmittel in die "alte Welt". Vor allem die Engländer kultivierten das Teetrinken und machten es so zu einem festen Bestandteil ihres Lebens. Seit einigen Jahrzehnten heißt es auch bei uns immer öfter: "It's Tea-Time". Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt mittlerweile bei ca 250 g.
 
Teepflanze  
  Der botanische Name der immer grünen Teepflanze, die zur Familie der Kamelien gehört, ist nicht immer einheitlich gewesen und wurde mehrmals geändert. Der schwedische Naturforscher Linné nannte die Pflanze zuerst (1753) Thea sinensis, gab aber dann den Namen zugunsten zweier Unterarten auf, nämlich Thea bohea und Thea viridis.  
  Nach internationaler Übereinkunft und Eintragung in den "Index Kewensis" lautet der korrekte botanische Name nun Camellia sinensis und für ihre beiden Unterarten var. sinensis (China Tee) und var. assamica (Assam-Tee).
Heute werden zumeist Teesorten angebaut, die aus Kreuzungen (Hybriden) der Varietäten sinensis und assamica hervorgegangen sind.
Unbeeinflusst gewachsener Assam-Tee (Camellia sinensis var. assamica) entwickelt sich zu einem annähernd kegelförmigen Baum von bis zu 15 m Höhe. Er besitzt eine starke Pfahlwurzel, die dem Baum Festigkeit verleiht und mit ihren Seitenwurzeln Wasser und Nährstoffe aufnimmt.

Da die Pflanze stehende Nässe nicht verträgt, entwickeln sich die Seitenwurzeln oberhalb des Grundwasserspiegels. Sie ist anfällig gegen niedrige Temperaturen und auf die häufigen, ergiebigen Niederschläge und die hohe Luftfeuchtigkeit des tropischen Klimas angewiesen. Im Vergleich zum China-Tee treibt der Assam-Tee größere Blätter und bringt höhere Erträge.

Der wild wachsende China-Tee (Camellia sinensis var. sinensis) verzweigt sich schon an der Basis der Sprossachse zu einem etwa drei bis vier Meter hohen Strauch. Er gedeiht auch in magerer Erde, erträgt sowohl leichten Frost als auch längere Trockenperioden und die niedrige Luftfeuchtigkeit der Subtropen. Der Strauch wächst langsam und blüht schon im 2. Jahr üppig. Drei bis 5 Jahre nach dem Einpflanzen des Stecklings kann erstmals vom Teestrauch geerntet werden.

Die grünen Blätter werden von Hand geprflückt, wobei die zwei jüngsten oberen Triebe und die Blattknospe ("two leaves and the bud") besonders hochwertige Tees ergeben. Ob aus diesen Blättern Grüner oder Schwarzer Tee hergestellt wird, hängt nur von der Art der Verarbeitung ab.